Corona und die Ortsvereine – nicht nur eine finanzielle HerausforderungCorona und die Ortsvereine – nicht nur eine finanzielle Herausforderung

Corona und die Ortsvereine - Nicht nur eine finanzielle Herausforderung

Die Helferinnen und Helfer in den DRK-Ortsvereinen sind glücklich, dass die Zeit der Online-Dienstabende wohl nun ein Ende haben wird. „Ich bin froh, wenn wir wieder praktisch arbeiten können“, sagt Michael Budig, Bereitschaftsleiter des DRK in Sulzbach. Noch vor kurzem waren persönliche Treffen von Mitgliedern außerhalb von einsatzbezogenen Aktivitäten undenkbar. Das ändert sich nun – unter strengen Bedingungen, die eine Infektion unter Einsatzkräften unwahrscheinlich machen sollen.

Eine Corona-bedingte Zwangspause

Das, was das Leben eines Ortsvereins ausmacht, die Kameradschaft und beim DRK die Themen Wohlfahrtspflege, Jugendarbeit sowie praktische Aus- und Fortbildungen für die vielen Ehrenamtlichen, musste Corona-bedingt eine Zwangspause einlegen. Die einzige Konstante sind die Einsätze, zu denen die Bereitschaften ausrücken, um Menschen in Not zu helfen. Auch in Zeiten von Corona ist auf die Ehrenamtlichen des DRK Verlass. Doch das Virus hat wirtschaftliche Folgen für das Ehrenamt.

 

Aus- und Fortbildungen, Versicherungen, Ausrüstung, Fahrzeuge, Miete: Den überwiegenden Teil ihrer Ausgaben erwirtschaften die Ortsvereine durch Spenden und Fördermitgliederbeiträge sowie durch aktive Leistungen. Letztere waren und seit dem Frühjahr weitgehend nicht möglich. Die Kleiderstuben waren und sind zum Teil noch zu. Das Kursangebot ruht weitgehend. Das Aus für große Events wie SchoWo, Andrea-Berg-OpenAir, Backnanger Straßenfest oder Murrhardter Stadtfest,  sowie vieler Veranstaltungen verbunden mit dem Aussetzen des sportlichen Spielbetriebs führen dazu, dass die Bereitschaften kaum noch Sanitätsdienste durchführen. Mit diesen Einnahmen werden allerdings genauso Unkosten gedeckt wie mit Erste-Hilfe-Kursen, Blutspende-Aktionen oder durch eigene Veranstaltungen.

 

Das Geld, was die Ortsvereine einnehmen und erhalten fließt fast vollständig in Ausbildung, Ausrüstung, Fahrzeuge und Infrastruktur – sprich in die Einsatzfähigkeit des DRK vor Ort, also in schnelle Hilfeleistungen. Die Corona-bedingten Einnahmeausfälle treffen jeden Ortsverein. Denn die Fixkosten bleiben bestehen, da die Einsatzfähigkeit immer gewährleistet ist. Auch die Umrüstung auf Digitalfunk kostet Geld. Das DRK in Sulzbach/Murr beispielsweise verzeichnet Einnahmeausfälle in mittlerer vierstelliger Höhe. Zwar wird derzeit weniger medizinisches Material verbraucht, dieses muss aber nach Erreichen des Verfallsdatums ersetzt werden. 

Ehrenamt unterstützt das Hauptamt

Wie hat das Ehrenamt des Roten Kreuzes die Zwangspause genutzt? Ein ehrenamtlicher Führungsstab, bestehend aus ausgebildeten Führungskräften der DRK-Bereitschaften der Ortsvereine, tauschte und tauscht sich regelmäßig aus, arbeitet dem Team Krisenmanagement des DRK-Kreisverbandes Rems-Murr zu, das Ende Februar gebildet wurde, setzt Maßnahmen um, damit die Corona-Krise im Kreis weiterhin gemeistert werden kann. „Ziel war und ist es, die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter, nicht nur im Rettungsdienst, sondern auch der ausgebildeten ehrenamtlichen Kräfte sowie unsere Infrastruktur als größte Hilfsorganisation im Kreis zu gewährleisten, um in dieser besonderen Lage handlungsfähig zu bleiben”, so DRK-Kreisgeschäftsführer Sven Knödler. „Dies ist uns bisher sehr gut gelungen.”

 

Viele Ortsvereine unterstützen den Kreisverband, organisierten auf örtlicher Ebene wichtige Angebote wie Einkaufsdienste. Möglichkeiten wurden geschaffen, wie sich die Bereitschafts- und Gruppenleitungen online austauschen konnten. Als die Zahl der Corona-Infizierten rasant anstieg, fanden viele Videokonferenzen statt: Pläne wurden gemacht und modifiziert, Szenarien durchgespielt. Die Digitalisierung wurde vorangetrieben. „Wir sind froh, dass unsere Ehrenamtlichen großes Interesse an diesen digitalen Angeboten haben. Man kann viel lernen, die praktischen Fortbildungen lassen sich so aber nicht ersetzen und fehlen,“ so Bereitschaftsleiter Raphael Rojas aus Winnenden.

Beim DRK sind hochqualifizierte Helfer aktiv

Viele Ehrenamtliche haben unter dem Radar der Öffentlichkeit viele Stunden investiert, um sicherzustellen, dass das DRK-Ehrenamt dem Rettungsdienst, den Kliniken und den Menschen im Kreis mit ihrer Expertise und ihrem Engagement helfen kann, sollte sich die Corona-Krise noch einmal verschärfen. „In den Bereitschaften der DRK-Ortsvereine sind hochqualifizierte Helferinnen und Helfer aktiv, vom Sanitätshelfer bis zum Rettungsassistenten und Verbandführer“, hält Heiko Fischer, Kreisbereitschaftsleiter des DRK-Rems-Murr fest. Die Anzahl der aktivierbaren ehrenamtlichen Einsatzkräfte wird ständig ermittelt. Sollte es zu Erkrankungen kommen, werden alle betroffenen Stellen sofort informiert und entsprechende (Quarantäne-)Maßnahmen eingeleitet. „Das Rote Kreuz mit seinen 26 Ortsvereinen im Kreis arbeitet permanent daran, Ausstattungen zu erweitern und jede Vorkehrung zu treffen, um eine mögliche zweite Welle mit der notwendigen Ausstattung für schnelle Hilfeleistung abarbeiten zu können“, so Raphael Rojas vom Ortsverein Winnenden.

„Als DRK sind wir herausfordernde Situationen gewohnt“

Als Rotes Kreuz sind wir herausfordernde Situationen gewohnt und gehen mit den Bedingungen und Folgen der Pandemie kreativ um. Die umfassende Einsatzbereitschaft unseres schlagkräftigen Winnender Teams erlaubt uns auch weitere Herausforderungen gut zu meistern“, sagt Hartmut Holzwarth, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Winnenden. Seine Worte lassen sich auf alle Ortsvereine übertragen. „Herzlichen Dank für das großartige Engagement – nicht nur in den vergangenen Monaten. Sie leisten jeden Tag hervorragende Arbeit und vorbildliches persönliches Engagement“, bedankt sich DRK-Kreisgeschäftsführer Sven Knödler bei allen Kräften des DRK.

Infos auf: www-drk-rems-murr.de

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